Umweltstandard für Bekleidung & Textile Outdoor-Produkte
Ein Siegel, bei dem klar ist, was dahintersteckt.
Mit Green Shape® weißt du, woran du bist: überprüfbare Umweltanforderungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Transparent geregelt, nachvollziehbar dokumentiert, unabhängig geprüft.
Bevor es ins Detail geht: Green Shape®-zertifizierte Produkte erfüllen unter anderem folgende Kriterien:
✅ Zukunftsorientiert entwickelt: Fokus auf Materialeffizienz, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit.
✅ Ressourcenverbrauch im Blick: Besteht zu mehr als 50 % aus recycelten oder erneuerbaren Materialien (bezogen auf die textilen Rohstoffe).
✅ Geprüfte Lieferkette: Erfüllt streng definierte Umweltanforderungen bei der Herstellung.
10 Phasen – ein Umweltstandard
Green Shape® bewertet nicht nur einen Einzelaspekt, sondern zehn Phasen entlang des gesamten Produktlebenszyklus – von der Lieferketten-Planung bis zur korrekten Kennzeichnung, jede mit eigenen Anforderungen und Prüfnachweisen.
Anforderungen an Green Shape Produkte
Beschreibung der Produktentwicklungsprozesse und Produktionszeiträume.
Jedes Unternehmen weiß bei einem Green-Shape-Produkt genau, woher jeder einzelne Rohstoff stammt und über welche Stationen er bis zum fertigen Produkt gelangt ist – lückenlos von der ersten Faser bis zum Etikett. So lässt sich für jedes einzelne Produkt zweifelsfrei zeigen, dass tatsächlich die geprüften Materialien und Prozesse verwendet wurden.
Schon beim Entwerfen eines Produkts entscheidet sich, wie umweltfreundlich es später ist. Deshalb bewertet ein festes Prüfsystem für jedes Produkt, wie leicht es sich reparieren lässt – zum Beispiel, ob man Ersatzteile bekommt und ob man dafür eine Werkstatt braucht oder es selbst hinbekommt. Auch beim Schnittbild wird auf Sparsamkeit geachtet: Mindestens 80 % Materialeffizienz heißt, dass 80 % des verwendeten Rohmaterials bzw. Stoffs tatsächlich im Produkt landen. Und wo ein Material sich nicht recyceln lässt, muss das Unternehmen zeigen, dass es ernsthaft nach einer recycelbaren Alternative gesucht hat.
Mindestanteil zertifizierter recycelter / erneuerbarer textiler Rohstoffe am Produkt über 50 %. Lückenlose Nachvollziehbarkeit der Lieferkette zwischen Faser-/Granulat und Endprodukt.
Mehr als die Hälfte des Textil-Gewichts jedes Green-Shape-Produkts besteht aus recycelten oder erneuerbaren Rohstoffen – das ist deshalb so wichtig, weil der Großteil der Umweltbelastung eines Textilprodukts schon bei der Gewinnung neuer Rohstoffe entsteht. Je nach Material gibt es dafür unabhängige Nachweise: Bio-Baumwolle wird zum Beispiel über GOTS bestätigt, Holzfasern wie Lyocell über das FSC-Siegel, recyceltes Material über den Recycled Claim Standard.
Dokumentiertes Managementsystem des Unternehmens für die vorgelagerte Lieferkette. Nachgewiesene Umsetzung in der produktbezogenen Lieferkette.
Bei der Herstellung von Textilien kommen viele verschiedene Chemikalien zum Einsatz. Green-Shape-Unternehmen verpflichten ihre Zulieferer deshalb vertraglich darauf, bestimmte kritische Stoffe gar nicht erst zu verwenden – sowohl bei der Herstellung als auch im fertigen Produkt. Festgehalten ist das in zwei anerkannten Listen unabhängiger Fachorganisationen, verkürzt MRSL und RSL genannt: verbindliche Vorgaben dafür, was in der Produktion eingesetzt werden darf und was nicht. Damit das nicht nur auf dem Papier gilt, muss das Unternehmen zusätzlich ein eigenes Chemikalien-Management nachweisen, und bei der Zertifizierung wird stichprobenartig kontrolliert, ob tatsächlich Schadstofftests an Materialien sowie Abwassertests in den Produktionsbetrieben stattfinden.
Zertifizierte textile Nassprozesse (Färben, Laminieren, Ausrüsten) und nicht-textiler Prozesse (Herstellung des Granulats).
Ein definierter Mindestanteil der verwendeten Materialien wird in Fabriken hergestellt, die ein anerkanntes Umweltmanagementsystem nachweisen – zum Beispiel als bluesign®-Systempartner oder nach GOTS. Das ist wichtig, weil Färben, Laminieren und Ausrüsten zu den umweltintensivsten Schritten der Textilproduktion gehören. Geprüft wird dabei nicht nur, ob ein Unternehmen insgesamt gute Standards hat, sondern gezielt die einzelne Fabrik, in der die Materialien für dieses konkrete Produkt hergestellt werden.
Tier 2: Zertifizierte Materialien (Stoffe und Zutaten).
Auch die einzelnen Stoffe und Zutaten selbst sind unabhängig zertifiziert. Je nach Produktart ist ein Mindestanteil von meist 60 bis 90 % des Materials und der Zutaten am fertigen Produkt vorgeschrieben. Bei bestimmten empfindlichen Materialkombinationen, etwa wachsbeschichteten Stoffen, kommt zusätzlich eine eigene Schadstoffprüfung nach Oeko-Tex 100 hinzu.
Chemikalien-Management (Endprodukte).
Auch die Fabrik, in der das fertige Kleidungsstück zusammengenäht wird, verpflichtet sich vertraglich auf dieselben Chemikalien-Vorgaben wie die vorherigen Produktionsstufen – und zwar für das gesamte Endprodukt, einschließlich aller Zutaten, die sie selbst dazukauft. Führt diese Fabrik zusätzlich eigene Färbe- oder Laminierprozesse durch, gelten die gleichen strengen Vorgaben auch dafür. So gibt es keine Lücke zwischen den einzelnen Fertigungsstufen – das Chemikalien-Management gilt durchgehend bis zum letzten Produktionsschritt.
Pflegeleichte Produkte. Services & Angebote des Unternehmens für die Reparatur von Produkten.
Green-Shape-Produkte sind pflegeleicht: waschbar bei maximal 30 Grad, ganz ohne chemische Reinigung oder elektrischen Trockner. Das entlastet die Umwelt, denn ein großer Teil der Umweltbelastung eines Kleidungsstücks entsteht erst während der Nutzung, durch Waschen und Trocknen. Zusätzlich muss das Unternehmen die Reparatur aktiv unterstützen – etwa mit einem eigenen Reparaturservice, Anleitungen, Ersatzteilen oder guter Information für Kund*innen. Denn je länger Sie ein Produkt tragen können, desto weniger Ressourcen werden insgesamt verbraucht.
Services & Angebote des Unternehmens für Entsorgung & Recycling.
Wenn Sie ein Produkt irgendwann nicht mehr tragen, lässt Sie das Unternehmen damit nicht allein: Es verpflichtet sich, Recycling und fachgerechte Entsorgung aktiv zu unterstützen – zum Beispiel durch Rücknahmestellen, klare Entsorgungshinweise oder gute Information dazu, wie und wo Sie das Produkt zurückgeben können. Geprüft wird, dass diese Angebote tatsächlich existieren und auch bekannt gemacht werden. Ein flächendeckendes, geschlossenes Rücknahmesystem gibt es dafür branchenweit heute noch nicht – Green Shape sorgt aber dafür, dass jedes zertifizierte Unternehmen zumindest konkrete Informationen dazu anbietet.
Korrekte Kennzeichnung der Produkte zur Vermeidung von Greenwashing.
Green-Shape-Produkte zeigen Ihnen ehrlich, was drinsteckt: die genauen Materialangaben, inklusive der Prozentanteile recycelter oder biologisch angebauter Fasern. Diese Angaben finden Sie mindestens in den Verkaufsunterlagen, oft auch direkt am Produkt. Für Produkte im Geltungsbereich der EU-Textilkennzeichnungsverordnung gelten dabei die gesetzlichen Vorgaben, alle anderen Warenklassen kennzeichnen sinngemäß genauso sorgfältig. So wissen Sie beim Kauf genau, was Sie in den Händen halten – ohne unklare oder übertriebene Umweltversprechen.
Prüfung & Sicherstellung
Vertrauen entsteht nicht durch ein Versprechen, sondern durch einen nachvollziehbaren Prozess.
UNABHÄNGIGKEIT
Green Shape e.V.
Seit 2025 ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein Träger des Standards und hat diesen zu einem vollwertigen Zertifizierungssystem weiterentwickelt.
PRÜFSTELLE
Unabhängige Zertifizierungsstellen
Zertifizierungen führen unabhängige Stellen durch, die nach ISO/IEC 17065 akkreditiert sowie für den Green-Shape-Standard zugelassen sind.
PRÜFINTERVALL
Jährliche Überwachung
Ein Zertifikat gilt drei Jahre. Jährliche Überwachungen sichern die fortlaufende Erfüllung.
MARKENRECHTLICHER STATUS
EU-Gewährleistungsmarke
Das Green-Shape-Siegel ist als EU-Gewährleistungsmarke eingetragen – mit klaren Vergabekriterien, die im Markenhandbuch öffentlich einsehbar sind.
Häufige Fragen
Green Shape konzentriert sich bewusst auf Umweltkriterien – das ist unser Kernthema, und darin gehen wir in die Tiefe. Die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten sind auch sehr wichtig: Alle zertifizierten Unternehmen müssen grundlegende menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einhalten. Dies prüft der GS e.V. im Vorfeld jeder Zertifizierung.
Bei der Herstellung von Textilien kommen hunderte Chemikalien zum Einsatz – manche davon unbedenklich, manche nicht. Green-Shape-Produkte durchlaufen deshalb ein festes Prüfsystem: Zulieferer verpflichten sich, bestimmte kritische Stoffe gar nicht erst zu verwenden. Zusätzlich werden stichprobenartig sowohl die Materialien als auch das fertige Produkt auf Rückstände geprüft. Festgehalten ist das in zwei Listen unabhängiger Fachorganisationen (RSL und MRSL) – vereinfacht gesagt: verbindliche Vorgaben dafür, was in der Produktion verwendet werden darf. Eine pauschale Aussage wie „schadstofffrei“ wird nicht getroffen, da es in der Produktion zu Rückständen aus anderen Produktionsprozessen kommen kann. Was wir versprechen können: Wir kennen die kritischen Stoffe, schließen sie so weit wie möglich aus und kontrollieren das auch.
Ja. Es reicht uns nicht, nur zu wissen, welche Chemikalien eingesetzt werden dürfen – wir wollen auch wissen, was am Ende tatsächlich aus der Fabrik in die Umwelt gelangt. Deshalb verpflichten sich die Produktionsbetriebe, ihr Abwasser regelmäßig testen zu lassen, und im Zertifizierung prüfen wir stichprobenartig, ob das auch wirklich passiert. So stellen wir sicher, dass gute Vorgaben auf dem Papier auch in der Fabrik ankommen.
Andere Siegel wie GOTS schauen meist auf einen bestimmten Teilbereich, zum Beispiel ob die Baumwolle nach Bio-Standard verarbeitet wurde. Green Shape schaut sich das ganze Produkt an: von der Auswahl der Materialien über die Herstellung bis zur Frage, ob man es später reparieren oder recyceln kann. Wo ein Material bereits ein anerkanntes Siegel wie GOTS trägt, zählt das für uns als Nachweis – die Siegel ergänzen sich also, statt sich zu widersprechen.