Zertifizierungsprogramm und Anforderungen an Produkte
Transparente Prozesse, strukturierte Dokumente, unabhängige Überprüfung
Der Weg zur Green Shape Zertifizierung
Die Zertifizierung nach dem Green Shape Standard erfolgt in einem klar definierten, mehrstufigen Prozess. Ziel ist die fundierte Bewertung und Anerkennung umweltfreundlicher Produkte und Produktentwicklungsprozesse.
Der Ablauf im Überblick:
- Antrag an Green Shape e.V.
Unternehmen reichen einen Antrag inklusive Selbsteinschätzung ein. - Antragsprüfung & Lizenzvertrag
Nach positiver Entscheidung wird ein Lizenzvertrag geschlossen. - Zertifizierungsstelle wählen & Audit beantragen
Die Zertifizierungsstelle wird frei gewählt – sie muss nach ISO/IEC 17065 sowie für den Green Shape Standard zugelassen sein. - Audit und Evaluierung
Die Produktentwicklungsprozesse und Produktauswahl werden durch die Zertifizierungsstelle auf Konformität mit dem Prüfprogramm überprüft. - Zertifizierungsentscheidung
Bei erfolgreicher Prüfung wird ein auf drei Jahre gültiges Zertifikat ausgestellt. - Überwachung & Rezertifizierung
Jährliche Audits sichern die fortlaufende Erfüllung der Anforderungen. Nach Ablauf erfolgt ein Rezertifizierung-Audit.
Alle Schritte erfolgen gemäß den Vorgaben des Zertifizierungsprogramms Green Shape GS3.1.
Anforderungen an Produkte und Prozesse
Nachhaltigkeit messbar machen – mit klaren Kriterien für Produkt und Entwicklung
Der Green Shape Standard basiert auf einem umfassenden Prüfprogramm, das Anforderungen an Produkte und an die Prozesse ihrer Entwicklung stellt. Grundlage ist eine ganzheitliche Betrachtung entlang aller Phasen des Produktlebenszyklus – vom Design bis zur Wiederverwertung.
Was wird geprüft?
Die Anforderungen decken die folgenden Bereiche ab:
- Produktdesign: Sind Reparaturfreundlichkeit, Recycelbarkeit und eine pflegeleichte Nutzung bereits im Designprozess berücksichtigt?
- Materialien: Wurden zertifiziert recycelte oder erneuerbare Materialien eingesetzt? Werden Umwelt- und Chemikalienstandards eingehalten?
- Herstellung: Finden umweltverträgliche Prozesse entlang der Lieferkette statt? Werden bestehende Standards in Konfektion (Tier 1) und bei der Materialherstellung (Tier 2) anerkannt?
- Materialeffizienz: Ist der Stoffverbrauch ressourcenschonend geplant und umgesetzt?
All diese Aspekte beeinflussen, wie umweltfreundlich ein Produkt tatsächlich ist – und wie glaubwürdig eine Umweltaussage sein kann.

Ganzheitlicher Lebenszyklusansatz
Green Shape prüft nicht nur das fertige Produkt, sondern berücksichtigt die Stellschrauben in der gesamten Produktentwicklung. Dies umfasst unter anderem:
- Auswahl und Anteil nachhaltiger Materialien
- Verarbeitung, Veredelung und chemikalienbezogene Anforderungen
- Herstellung durch zertifizierte Betriebe mit anerkannten Standards (z. B. bluesign®, GOTS)
- Services & Angebote des Unternehmens zur Reparatur und geregelten Entsorgung des Produktes
- Konstruktive Gestaltung für lange Nutzbarkeit und Kreislauffähigkeit
Im Audit wird für jedes Produkt der Nachweis erbracht, dass die Prüfkriterien in den relevanten Lebenszyklusphasen erfüllt sind. Diese Nachweise sind im Prüfprogramm beschrieben und müssen aktiv vorgelegt werden.
Was zählt – und was nicht?
Für die Berechnung von recycelten oder erneuerbaren Materialanteilen werden nicht-textile Komponenten wie Reißverschlüsse oder Druckknöpfe nicht berücksichtigt: Der Fokus liegt auf textilen Produktbestandteilen.
Bei der Berechnung zertifizierter Mindestanteile werden Haupt- und Futterstoffe sowie Zutaten (auch nicht-textile) berücksichtigt.
Anerkennung anderer Standards: Der Meta-Siegelansatz
Der Green Shape Standard integriert bestehende, glaubwürdige Nachhaltigkeitszertifikate – sofern sie nach transparenten Kriterien anerkannt wurden. Beispiele:
- GOTS (Global Organic Textile Standard)
- GRS (Global Recycled Standard)
- bluesign®
- Responsible Down / Wool Standard für tierische Materialien
Diese Standards werden von Green Shape nicht ersetzt, sondern durch eigene Anforderungen ergänzt. So entsteht ein konsistentes, robustes System zur Umweltbewertung ohne Redundanzen für Unternehmen mit zertifizierten Lieferketten – bestehende Zertifikate werden nutzbar gemacht.
Nachweis & Verantwortung
Die Einhaltung der Anforderungen wird durch Prüfnachweise belegt. Unternehmen müssen im Auditprozess zeigen, dass sie:
- die Green Shape Kriterien verstanden und umgesetzt haben,
- systematisch mit qualifizierten Partnern arbeiten,
- dokumentiert und transparent mit Materialien, Prozessen und Daten umgehen.
Die Verantwortung liegt bei der Produktentwicklung – dort, wo Umweltwirkungen maßgeblich beeinflusst werden können.
Download Zertifizierungsprogramm und alle mitgeltenden Dokumente
01_GS Green Shape Zertifizierungsprogramm GS3.1
GS3.1 mgD 01 Prüfprogramm_Produktanforderungen_Prüfnachweise V1.1
GS3.1 mgD 02 Warenklassen
GS3.1 mgD 03 Berechnung Materialeffizienz V1.0
GS3.1 mgD 04 Berechnung des Anteils nachhaltiger Materialien SMCS V1.0
GS3.1 mgD 05 Anerkennung vorgelagerter Zertifikate V1.0
GS3.1 mgD 06 bluesign CRITERIA for bluesign PRODUCT_Kapitel 10_component classification
GS3.1 mgD 20 Green Shape Verein Vergabeordnung
GS3.1 mgD 21 Antragsformular V1.0
GS3.1 mgD 22 Systematik mitgeltender Dokumente V1.0
GS3.1 mgD 23 Antragsdokumente und Selbsteinschätzung Green Shape V1.0
GS3.1 mgD 30 Green Shape Markensatzung V1.0
GS3.1 mgD 31 Green Shape Markenhandbuch V1.0
GS3.1 mgD 40 Anforderungen an Kompetenzen der ZertStelle V1.0
GS3.1 mgD 41 Prozess Ermittlung Stichprobe V1.0
GS3.1 mgD 42 Auditprotokoll_Vorlage V1.0
GS3.1 mgD 43 Vorlage Green Shape Zertifikat V1.0
GS3.1 mgD 44 Grafik_Zertifizierungsprozess V1.0
